<p id="isPasted">Wenn Rohstoffe tatsächlich vor einer strukturellen Aufwärtsbewegung stehen, wie wir <strong>im zweiten Teil dieser Miniserie</strong> gesehen haben, bleibt das nicht ohne Folgen. Steigende Preise bei Metallen oder Energie haben direkte Auswirkungen auf Produktionskosten sowie Verbraucherpreise. <a href="https://hkcmanagement.de/produkte/rohoel" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: rgb(53, 60, 238);">Öl </span></strong></a>steckt in nahezu jedem Produktionsprozess, Metalle bilden die Grundlage industrieller Infrastruktur. Verteuern sich diese Basisgüter, zeigt sich dies entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Und genau so beginnt ein dynamischer Kreislauf zwischen Rohstoffen und Inflation – ein Kreislauf, der sich gegenseitig antreibt.</p><p><strong> </strong></p><h2><strong>Agrarrohstoffe als neue Nachzügler</strong></h2><p>Ein weiterer Rohstoffbereich, der bisher wenig Anklang gefunden hat und im Anschluss an die Edel- und Industriemetall-Rallyes Potenzial für deutliche Anstiege haben könnte, ist der <strong>Agrarsektor</strong>. Weizen, Sojabohnen, Mais und Hafer notieren derzeit auf historischen Tiefs. Die Zyklizität dürfte laut unserem Analysten auch hier in naher Zukunft zu wieder ansteigenden Preisen führen. Dafür nimmt er das Beispiel Weizen oder Mais. Da diese <em>Frühstücks-Futures</em> weltweit am meisten produziert und konsumiert werden (sowohl als Nahrung für den Menschen oder für Zuchttiere als auch als Kleber), sind sie ein guter Platzhalter und Repräsentant für diesen Rohstoffbereich.</p><p><br></p><p>chart</p><p><br></p><p>Rohstoffe, besonders Nahrungs-Futures, durchlaufen oft einen typischen Zyklus: Sie bilden zunächst einen breiten Boden, steigen dann stark an und erreichen schließlich ein spitzes Hoch. Dahinter steckt laut unserem Rohstoffe-Analyst eine einfache Mechanik: „Konsumenten können niedrige Preise länger ertragen als hohe. Sinkt der Preis zu stark, verschwinden nach und nach Produzenten, weil ihre Margen nicht mehr ausreichen. Das führt zu Knappheit und treibt die Preise in die Höhe. Danach findet sich rasch eine Lösung oder Alternative, und die Preise fallen wieder. Derzeit befindet sich der Weizenpreis in einer langwierigen Bodenbildungsphase.</p><p><br></p><p>chart</p><p><br></p><p>Diese kann sich fortsetzen, doch viele Produzenten in der Lieferkette werden diese Preise nicht mehr verkraften. Der Konsument freut sich zunächst, bis der Preisschock einsetzt. Dazu kommt, dass die Agrarrohstoffe massiv von Jahreszeiten, Saisonalitäten und Agrarzyklen abhängig sind. Auffällig ist zudem, dass der Basispreis meist nicht mehr auf das vorherige Tief zurückfällt, sondern langfristig ein höheres Niveau erreicht. Das scheint eine Art Ausgleich für die allgegenwärtige Inflation zu sein. Denn steigende Rohstoffpreise und Inflation gehen Hand in Hand. Wer bedingt jedoch was? Also wer war zuerst da: das Huhn oder das Ei?“</p><p><br></p><h2 id="isPasted"><strong>Wie Rohstoffe Inflation befeuern – und umgekehrt</strong></h2><p>Unser Analyst stellt fest, dass steigende Rohstoffpreise grundsätzlich auch mit steigenden Produktionspreisen korrelieren. Wenn Produzenten höhere Beschaffungskosten haben, sinken ihre Margen. Dies wird dann durch steigende Warenpreise kompensiert. Die Nächsten in der Lieferkette verkaufen ihre Produkte gezwungenermaßen teurer an den (End-)Verbraucher, was zu einem Anstieg des allgemeinen Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen führt. Das heißt: steigende Inflation (Warenverteuerung).</p><p><br></p><p>Steigende Inflation bedeutet wiederum, dass unser Geld an Kaufkraft verliert. Derselbe Warenkorb ist heute in der Beschaffung teurer als noch vor einem Monat oder vor einem Jahr. Zentralbanken wirken dem entgegen, indem sie die Geldmenge gezielt verknappen, etwa durch steigende Leitzinsen. Dadurch wird die Nachfrage gedämpft, was den Preisdruck senkt, da Anbieter ihre Waren trotz geringerer Nachfrage weiterhin absetzen wollen. Unser Analyst führt weiter aus: „Die Zentralbanken haben neben der Schaffung eines stabilen Arbeitsmarktes (Arbeitslosigkeit unter vier Prozent) ein weiteres Hauptmandat: die Sicherung einer stabilen Preispolitik (niedrige Inflation, Inflationsziel von zwei Prozent). Wenn die Inflation jedoch steigt, haben sie die Möglichkeit, dem mit steigenden Zinsen entgegenzuwirken, um das Geld aufzuwerten.“</p><p><br></p><hr><p><br></p><p><a href="https://hkcmanagement.de/produkte" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img src="https://hkcmanagement.de/files/e976739e-5aa1-4f39-bd46-ec739531f820" style="width: 650px;" class="fr-fic fr-dib" alt="Hier geht's zu unserer Aktienanalyse!"></a></p><p><br></p><p></p><hr><p><br></p><p>Auch für den Rohstoffmarkt spielt Inflation eine große Rolle. Inflation bedeutet nämlich nicht nur, dass Verbraucherpreise steigen, sondern auch, dass Währungen schleichend entwertet werden. Dadurch steigt die Nachfrage nach realen und knappen Werten, insbesondere nach <a href="https://hkcmanagement.de/produkte/edelmetalle" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: rgb(53, 60, 238);">Edelmetallen </span></strong></a>wie <a href="https://hkcmanagement.de/produkte/gold" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: rgb(53, 60, 238);">Gold</span></strong></a>, fast schon automatisch. Diese gelten traditionell als Absicherung gegen Kaufkraftverlust.</p><p><br></p><p>Steigende Goldpreise wiederum lenken Kapital in den gesamten Rohstoffsektor und können auch dort hitzige Preiswellen auslösen. Gleichzeitig führen höhere Rohstoffpreise zu höheren Produktionskosten. Dadurch wird der Inflationsdruck erneut verstärkt, und wir befinden uns wieder in einem Kreislauf, in dem sich Inflation, steigende Rohstoffpreise und Kapitalzuflüsse zunehmend gegenseitig verstärken.</p><p> </p><h2><strong>Öl als unterschätzter Preistreiber</strong></h2><p>Unser Rohstoffe-Analyst rechnet noch in diesem Jahr mit steigenden Ölpreisen und in der Folge mit steigenden Verbraucherpreisen, also wachsender Inflation – und, wenn nicht gegengesteuert wird, auch mit steigenden Zinsen. Als Investor kann man sich in einem solchen Umfeld durch den Kauf von Themen-ETFs oder Einzeltiteln aus den jeweiligen Branchen absichern, die von steigenden Rohstoffpreisen profitieren. Dazu zählen etwa Energie-ETFs, Rohstoff- oder Edelmetall-ETFs sowie Aktien von Öl- und <a href="https://hkcmanagement.de/produkte/erdgas" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: rgb(53, 60, 238);">Gasproduzenten</span></strong></a>, <a href="https://hkcmanagement.de/produkte/minen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: rgb(53, 60, 238);">Bergbau- oder Minenunternehmen</span></strong></a>, die direkt an die Preisentwicklung von Öl, Gold, <a href="https://hkcmanagement.de/produkte/silber" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: rgb(53, 60, 238);">Silber </span></strong></a>oder Industriemetallen gekoppelt sind.</p><p><br></p><p>Öl ist in fast jeden Produktionsprozess involviert, vom Maschinenöl über Verpackungsmaterial bis hin zum Diesel, mit dem der Transporter betankt wird. Daher führt laut unserem Analysten ein steigender Ölpreis unweigerlich zu steigender Inflation.</p><p><br></p><p>All dies ist allerdings nur eine von mehreren Thesen innerhalb unseres Analystenteams. Andere vertreten durchaus gegenteilige Szenarien und setzen dabei auf eine lockere Geldpolitik sowie sinkende Zinsen. Es handelt sich bei der Analyse unseres jeweiligen Analysten also keinesfalls um eine Anlageberatung.</p><p> </p><h2><strong>Der Trend zum Greifbaren </strong></h2><p>Ob nun im sozialen Leben, im Konsum oder an den Finanzmärkten – eines ist sicher: Wir erleben zurzeit eine klare Rückbesinnung auf das Greifbare. Das Bedürfnis, sich mit echten Menschen im echten Leben auszutauschen und physische Dinge in der Hand zu halten, wird größer. Was bei Freundschaften mit einem Bier beginnt, setzt sich an der Börse mit Rohstoffen fort. Rohstoffe werden als physische Grundlage unserer Wirtschaft wahrgenommen und sind aus diesem Grund vor allem in unsicheren Zeiten beliebt.</p><p><br></p><p>Für unsere Investoren gilt: Man muss auch größere Zusammenhänge verstehen. In welchem wirtschaftlichen Zyklus befinden wir uns zurzeit? Wo steht die Gesellschaft? Und welche Werte sind enger miteinander verknüpft, als wir glauben? Wer diese Zusammenhänge besser versteht, wird sich richtig positionieren können. Der Rohstoffzyklus ist damit mehr als eine reine Preisbewegung. Er zeigt das, was in uns Menschen zurzeit vor sich geht: das Bedürfnis nach Sicherheit, Substanz und Realität.</p><p> </p><p><strong>Leseempfehlung: Rohstoffe-Superzyklus: Warum Gold, Silber & Co. in Zeiten von KI so gefragt sind (2)</strong></p>